Patient als Partner - Medizinische Entscheidungen am Lebensende
Abschluss des Modellprojektes "Patient als Partner - Medizinische Entscheidungen am Lebensende" und des Folgeprojektes "Entwicklung eines Kommunikationstrainings in der Palliativmedizin"
Gesamtlaufzeit: 2001-2006
In dem bei Vandenhoeck & Ruprecht erschienenem Buch "Mitgestalten am Lebensende - Handeln und Behandeln Sterbenskranker", werden die Ergebnisse und Folgerungen aus Befragungen zur Situation schwerstkranker Menschen in Thüringen zusammengefasst. Die Herausgeber, Dr. B. van Oorschot und Prof. R. Anselm stellen die Ergebnisse des Modellprojektes "Patient als Partner - Medizinische Entscheidungen am Lebensende", das Teil eines vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Vorhabens war, vor.
Die Mitarbeiterin des Institutes für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie, Frau Dr. K. Leppert, war bei beiden Projekten mitbeteiligt. Wie überhaupt die Projektmitarbeit interdisziplinär war: an der Planung, Durchführung und Auswertung waren Völkerkundler, Soziologen, Theologen, Mediziner und Psychologen beteiligt.
Für das Modellprojekt wurden Tumorpatienten des Universitätsklinikums und der Zentralklinik Bad Berka befragt, außerdem die behandelnden Klinikärzte, Hausärzte und Angehörige. Das Aufzeigen dieser verschiedenen Perspektiven auf die Situation am Lebensende ist ein wichtiges Ergebnis des Buches. Besonders Krebskranke möchten, wenn Heilung nicht mehr möglich ist, vom Arzt als Person, als ganzer Mensch wahrgenommen werden. Sie wünschen, dass die behandelnden Ärzte sich in Gesprächen Zeit nehmen, ihnen vertrauensvoll zuhören und sie in der Sterbephase in Würde begleiten.
Sterbende möchten in die medizinischen Entscheidungen am Lebensende einbezogen werden, aber die Hälfte der Patienten möchte die Entscheidung an die Ärzte delegieren können. Wichtig ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Patienten und Ärzten, unter der die Patienten vor allem ein gegenseitiges Informieren und der Aufbau eines vertrauensvollen Verhältnisses verstehen.
Im Kommunikationstraining soll den Ärzten, Pflegenden, aber auch Medizinstudenten neben dem Üben von Gesprächstechniken vor allem diese verschiedenen Blickwinkel, Präferenzen und Wahrnehmungen nahe gebracht werden.
Vier Themenschwerpunkte des Trainings ergaben sich aus den Ergebnissen der Befragungen:
I. Der individuelle Wille des Patienten ist ausschlaggebend
II. Das individuelle Eingehen auf die unterschiedlichen (Mit)Entscheidungswünsche
III. Professionelle Gesprächsführung gestaltet punktuell eine gemeinsame Wirklichkeit (Verständigung)
IV. Sterbebegleitung: Sterbehilfegespräche und Sterbebegleitung, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht
Jedes Modul ist so aufgebaut, dass in einem ersten Teil Wissen und Informationen aus den Befragungen vermittelt werden und dass in einem zweiten Teil in Rollenspielen, in die konkrete Aussagen der Tumorpatienten als Script eingeflossen sind, die Gesprächsführung geübt wird.
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